Bildungsarbeit

Hilfreiche Corona-Information für die Boso

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Eigentlich sollte ich schon längst wieder in Mali sein, aber wie es eben so ist, in Zeiten wie diesen, sitze ich vorerst in Österreich fest. Dafür bin ich sowohl mit meinem Team in Mali, als auch mit unseren Freunden unter den Boso per WhatsApp in regem Kontakt. Besonders einer, Kamu, hilft mir, Einblicke zu bekommen, wie sich die Pandemie auf dieses große Land in der Sahelzone auswirkt. Er schickt mir, was dort in Sozialen Medien zirkuliert – oft mit der Bitte, meine Meinung dazu kundzutun, weil er zwischen Fake News und brauchbarer Aufklärung verunsichert ist.

Manche der Nachrichten sind einfach nur grotesk („Europa hat Impfstoff nach Afrika geschickt, um möglichst viele von uns zu töten!“), andere können gefährliche Folgen haben, wenn man ihnen Glauben schenkt („Wascht euch mit einem Absud von der-und-der-Pflanze, dann kann euch das Virus nichts anhaben!“). Kamu ist ein junger Lehrer mit einem Herz für sein eigenes Volk. Ich spüre die Not, die ihm verschiedene Nachrichten bereiten. Weiterlesen »

Reiseziel: Einfacher lesen

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Der englische Originalartikel von SIL, einer Partnerorganisation von Wycliff, erschien auf:
https://eurasia.sil.org/topics/orthography/the_road_to_easy_reading

Schneefläche, ein Mann mit dunkler Jacke steht darin, hinter ihm zwei Rentiere.
Foto: SIL Eurasia

Alphabete sind eine seltsame Sache. Die Menschen hängen an ihnen, sogar da, wo sie teilweise keinen Sinn ergeben. Beispielsweise kann der Buchstabe V im Deutschen für zwei verschiedene Laute stehen: W und F. Wäre es da nicht einfacher, zu buchstabieren: Fogel, Wentilator, Ferkäuferin? Wie würden Sie sich mit so einer Vereinfachung fühlen? Sehen sie das theoretische Problem, hängen aber dennoch irgendwie an der komplizierteren Schreibweise?

Das Alphabet des Volkes der Chanten im nordwestlichen Sibirien steht vor mehreren Problemen, vor allem einem, das ein finnisches Teammitglied so erklärte:

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Sprachforschung macht Schule!

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Die Mixtek-Variante, in der wir arbeiten, wird von etwa 10 000 Menschen im Süden Mexikos gesprochen. Theoretisch ist in den Grundschulen Unterricht in der Muttersprache vorgesehen, doch offizielles Unterrichtsmaterial existiert nur auf Spanisch. Als wir anfingen, dort zu arbeiten, wurde Mixtek noch nicht einmal geschrieben.

Deshalb haben wir uns von Anfang an bemüht, mit den Lehrern zusammenzuarbeiten. Weiterlesen »

Unser Konzept für Kindergärten im Zayse-Gebiet

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Zayse-Kindergarten in ÄthiopienEin Freund von uns hat in Äthiopien fünf private Kindergärten gefördert. Kinder, die diese Kindergärten besuchten, hatten es später in der Volksschule leichter als ihre Mitschüler.

In diesen Kindergärten wurde spielerisch mit Lern­materialien unterrichtet, ein hier eher ungebräuch­liches Konzept. Vielen Standardkindergärten steht nur eine Schultafel und Kreide zur Verfügung.

Das Erfolgsrezept unseres Freundes hat uns inspiriert, und so haben wir es weitgehend übernommen. Im Rahmen des Zayse-Sprachprojektes fördern wir schon eine Weile drei Kindergärten, in denen auch, wie hier ­üblich, einiges an Grundschulwissen vermittelt wird. Weiterlesen »

Dankbar für einen Meilenstein

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Für einen langjährigen Einsatz braucht es Durchhalte­vermögen. Dabei helfen ermutigende Meilensteine – wie unsere Lesefibel.

Doppelseite einer Lesefibel: Menschen und Tiere, die laufenLesen ist fundamental für die weitere Schulbildung. Es ist in der Regel einfacher, in der Muttersprache lesen zu lernen, als in einer Fremdsprache, die man sich erst aneignen muss.

Lesefibeln können nicht einfach aus einer anderen Sprache übersetzt werden. Sie müssen für die jeweilige Sprache gezielt erstellt werden. Es gibt unterschiedliche Methoden Lesen zu lernen. Ein gutes System kann dem Schüler und Lehrer mitunter viele Monate mühsamen Übens ersparen. Weiterlesen »

Wenn Bücher fehlen …

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Haus im Mbeya-Gebiet
Haus im Mbeya-Gebiet

Wie kann das Wort Gottes dort verbreitet werden, wo es weder Postwesen noch Buchhandlungen gibt, kaum Beleuchtung in den Häusern vorhanden ist und die Menschen in ihrer eigenen Sprache nur stockend lesen können?

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Keine Mittel für den Leseworkshop?

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„Wir können es uns diesmal nicht leisten zu euch zu kommen und zu unterrichten…“

Eine Lesegruppe in jeder Sprachgemeinschaft, mit der sie zusammenarbeiten – das ist ein Ziel des Alphabetisierungsteams des Mara-Mehrsprachenprojekts in Tansania. Normalerweise werden für jede Lesegruppe drei Workshops durchgeführt: ein dreitägiger Leseworkshop, ein fünftägiger Schreibworkshop und ein eintägiger oder zweitägiger Abschlussworkshop. Die Teilnehmer der Lesegruppen freuen sich immer sehr, wenn ein neuer Workshop organisiert wird. Denn das bedeutet, dass sie eine weitere Chance bekommen, Lesen und Schreiben zu üben und ihre vielen Fragen zu stellen.

Aber das Budget der Alphabetisierungsabteilung ist begrenzt. Daher mussten sie 2016 die Entscheidung treffen, den Anschlussworkshop für die Lesegruppe in der Ikizu-Sprachgemeinschaft nicht abzuhalten. Samson, ein Mitglied des Alphabetisierungsteams und Hauptlehrender in diesen Workshops, rief eine Person dieser Lesegruppe an, um ihr die schlechte Nachricht mitzuteilen, aber diese Person hatte eine unerwartete Lösung parat… Fertiglesen »